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Magische Bilder, die die Zeit erschaffen hat, lassen den Hintergrund von Tatiana Skalko-Karlovskas Kunst erahnen, der in für uns geheimnisvoller Ferne liegt. Das Paradies ist ihr großes Thema, von dem sie nicht los kommt – offenbar oder verdeckt. Es ist der Gottesgarten in Eden, aus dem Gott die ersten Menschen nach dem Sündenfall vertrieb und in anderer Bedeutung und in übertragenem Sinne auch der Aufenthaltsort der Seligen, der Ort, an sie zurückkehren dürfen, wenn sie vom irdischen Leben erlöst werden.

 

Tatiana Skalko-Karlovskas Kunst ist der Versuch, diese gewaltigen mythischen Räume zu erfassen, sei es mit kindlicher Freude an den Formen der Schöpfung, oder tiefer lotend aus Dank für die Gnade des Da-sein-dürfens überhaupt.

 

Sie sieht es selber ähnlich: Die Verführung im Paradies war ein Teil des Göttlichen Planes. Insofern  ist auch die Schuld des Sündenfalls durchaus in Frage gestellt. Sie träumt für sich und für uns, die Betrachter, von einem wunderbaren und perfekten Ort, an dem sich alle Sehnsüchte treffen, den es aber nicht gibt, außer eben in der Malerei. Und sie selber ist zerrissen zwischen Freude und Ratlosigkeit, wie es allen Menschen gehen muss, seit der Sündenfall die ungetrübte Natur des Menschen verändert hat.

 

Die Intensität ihrer teilweise so einfach und leer wirkenden Bilder beruht auf dem Erlebnis der auf diese Weise verstandenen Welt,  in der dann eine Rispe Johannisbeeren zum Gleichnis eines  ganzen Universums werden kann. Dann ist das Rot nicht mehr eine leere Fläche, schon gar nicht eine monochrome, sondern ein erfüllter Raum, von dem ich fest glaube, dass er eine Wirkung überträgt, die Freude und Zweifel gleichermaßen auf den Betrachter weitergeben kann, ohne in seiner speziellen künstlerischen Anmaßung an Widerstand zu verlieren.

 

Prof. Helmut Brade, April 2010